Hundemantel

– sinnvolle Bekleidung oder nur modischer „Schnickschnack“

Diese Frage stellen sich viele Hundebesitzer, wenn die Temperaturen sinken.

Manche Menschen belächeln mitleidig die ihrer Meinung nach vermenschlichten Hunde, die mit einem Mantel im Winter spazieren gehen. Es ist ein Thema, das immer wieder kontrovers diskutiert wird. Natürlich haben wir sehr gerne bestimmte Bilder im Kopf von kleinen Kläffern mit quietschrosa Strickmäntelchen, bestückt mit Pelzkragen und Strassteinchen. Auch ich hatte jahrelang Vorurteile mit diesen Hundemäntelchen. Bis vor 8 Jahren mein Galgo in mein Leben trat und alles über den Haufen warf. Bei plus 10 Grad stand mein Hund zitternd und bibbernd vor mir und weigerte sich, auch nur einen Schritt vor die Türe zu setzen. Mittlerweile besitze ich 2 Mäntel….

Hundemäntel sollten ausschließlich Funktionsbekleidung sein, als Trendbekleidung hat so ein Kleidungsstück keine Berechtigung!

Unsere Hunde haben eine meist konstante Körpertemperatur. Viele sind durch ihr Fell gegen Kälte geschützt. Aber leider nicht alle.

Wann ist ein Hundemantel sinnvoll?

Grundsätzlich benötigen junge und gesunde Hunde mit ausreichendem Fell,die sich draußen viel bewegen können, keine zusätzliche Kleidung im Winter. Diesen Tieren macht ein Spaziergang bei kalten Temperaturen nichts aus.

Es sei denn, es handelt sich um Hunde, die aufgrund ihrer Rasse keinen natürlichen Schutz vor Kälte entwickeln können, z. B. Rhodesian Ridgeback, Weimaraner. Hier bietet das Haarkleid keinen ausreichenden Schutz mehr vor Nässe oder Kälte. Das Fell ist sehr kurz und es fehlt die wärmende Unterwolle. Einige Hunde besitzen am Bauch – eine empfindliche Stelle – wenig oder gar kein Fell. Diese Hunde beginnen bei sinkenden Temperaturen sehr schnell zu frieren. Der Ridgeback einer Freundin von mir schafft es, bei niedrigen Temperaturen seinen Ridge um 10 cm zu verlängern.

Auch kurzbeinige und sehr kleine Rassen wie z. B. Yorkshire oder Chihuahua frieren aufgrund ihrer „Bodennähe“ besonders schnell.

Dann gibt es die Hunde aus dem Ausland, die aus warmen Regionen zu uns nach Deutschland kommen, wie Galgos oder Podencos. Diese Tiere kennen unsere Wetterverhältnisse überhaupt nicht und haben mit den nasskalten Bedingungen sehr oft Probleme.

Was ist mit den Welpen, die im Herbst geboren werden? Diese können mit 3 oder 4 Monaten noch nicht den notwendigen Schutz vor eisigen Temperaturen aufbringen. Auch denen bietet ein Mantel Schutz bei Minusgraden.

Auch unsere Senioren frieren im Alter viel schneller. Das Immunsystem funktioniert leider nicht mehr so gut, ist schwächer als bei jüngeren Hunden. Die Gefahr, bei kalten Temperaturen krank zu werden, ist groß. Noch dazu haben die meisten älteren Hunde Gelenkbeschwerden (z.B. Arthrose) die bei Kälte schlimmer werden. Unsere Seniorhunde sind draußen auch nicht mehr so agil, das heißt, sie bewegen sich weniger, sind vielleicht bewegungseingeschränkt und haben dadurch Schwierigkeiten, sich selber genügend warm zu halten, der Körper kühlt schneller aus.

Und natürlich sollten alle kranken Hunde, egal wie alt, vor Kälte geschützt werden.

Bei Sporthunden oder Rettungshunden ist es ebenfalls sinnvoll einen Mantel parat zu haben. In der Zeit zwischen den Trainings – und Sporteinheiten kühlt der Hund ganz schnell aus.

Woran erkenne ich, dass mein Hund friert?

Ein sehr deutliches Anzeichen von Frieren ist ein sichtbares Muskelzittern

Beim Gehen entsteht oft ein sogenannter Rundrücken oder der Hund zieht wie bei einem Angstverhalten die Rute unter den Bauch: Auch ein häufiges Anheben der Beine sind Anzeichen von Frieren. Sinnvoll ist es, bei starkem Frost lieber kleinere Spaziergänge zu machen.

Auch Hunde können sich erkälten .Erste Anzeichen dafür sind

eine laufende Nase, tränende Augen, vermehrtes Niesen oder Husten, Fieber….

Was muss ich beim Kauf eines Hundemantels beachten?

Ein guter Hundemantel sollte aus einem atmungsaktiven, hautverträglichen Material sein. Baumwolle oder Selbstgestricktes ist leider nicht wasserabweisend und deshalb nicht so geeignet. Diese Materialien saugen sich bei Regen oder Schnee voll und der Hund kühlt noch schneller aus.

Auf die richtige Größe muss ebenfalls geachtet werden. Der Mantel darf nicht einschnüren oder auf der Haut scheuern, er sollte gut sitzen und die Nierenpartie und den Bauch bedecken.

Fazit: Nein, wir sind keine Weicheier oder Memmen, wenn wir unseren Hunden im Winter einen Mantel anziehen! Solange es nicht nur ein Modetrend ist, sondern der Mantel seine Funktion als Schutz vor Kälte und Nässe erfüllt.

Bis bald

Eure Ingrid