Food Wars – oder die Suche nach dem besten Futtermittel für Hund und Katz

Heutzutage leben wir in einer Gesellschaft, in der das Thema Ernährung nicht nur bei uns Menschen eine große Rolle spielt. Auch der Wert unserer Haustiere ist für uns in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Wo Hunde und Katzen

früher eher als Nutztiere gehalten wurden, sei es nun um den Hof zu bewachen oder um unliebsame Nager loszuwerden, geht der Trend der Haustierhaltung immer mehr in Richtung Familienmitglied. Natürlich möchte man diesem auch ein langes, gesundes Leben ermöglichen und achtet deswegen vermehrt auf eine ausgewogene Kost.

Die Frage, die nun immer wieder heiß diskutiert wird und viele Tierbesitzer verzweifeln lässt, ist:

Was ist denn nun eigentlich eine sinnvolle und artgerechte Fütterungsmethode für unsere geliebten Vierbeiner?

Da fängt es dann für viele an, kompliziert zu werden. In den großen Tierfachgeschäften werben mittlerweile zig Futtermittelhersteller für Trocken- und Nassfutter, dann gibt es von jeder Marke mindestens drei verschiedene Varianten und Geschmacksrichtungen. Futter für sensible, alte oder kranke Tiere darf natürlich auch nicht fehlen. Beim genaueren Hinsehen erkennt man dann, dass nun auch in jedem dieser Läden Gefriertruhen mit einer Auswahl an rohem Fleisch steht. Bei den kleinen privaten Geschäften ist das auch so, nur nicht ganz in dem Volumen und meist kann dort spezifischer auf die einzelnen Kunden eingegangen werden. Onkel Google macht uns die Wahl natürlich auch nicht einfacher, denn da ist das Angebot an „artgerechtem“ Futter noch viel variabler.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist die Reizüberflutung für den Tierhalter perfekt und er versucht es mit Empfehlungen seiner Mitmenschen. Seien es nun Bekannte, die selbst einen Vierbeiner besitzen, Tierärzte, Tierheilpraktiker oder eben wieder mal Chats, Foren, etc. im World Wide Web. Die Informationsflut nimmt kein Ende und jeder hat eine andere Meinung. Der Eine schwört auf sein alt bewährtes Trockenfutter, weil er das schon seit 20 Jahren so macht und seine Hunde sind auch immer gesund alt geworden. Dann gibt es die Barffraktion, die behauptet, Rohfütterung sei das einzig Wahre, ansonsten würden Hund und Katz auf Dauer krank. Die ganz Harten füttern nach dem Prey Model Raw Prinzip (Verfütterung ganzer Futtertiere) und sind davon überzeugt. Da der Hund vom Wolf abstammt, sei das die einzig logische Fütterungsform. Und nicht zu vergessen: die Nassfutterlobby. Aber wer hat denn nun recht?

Ganz schön verzwickt, diese Sache mit der Tiernahrung….

Machen wir einen kleinen Exkurs:

Ja, unsere heutigen Hunde und Katzen stammen von reinen Fleischfressern ab und waren ursprünglich auch in der Sparte der Carnivore anzusiedeln. Allerdings hat die Evolution ihren Beitrag dazu geleistet, dass über die Jahre, bei den Hunden mehr als bei den Katzen, eine Adaption an unsere Essgewohnheiten stattgefunden hat und die Hunde in die Sparte der obligaten Carnivore einzureihen sind. Das bedeutet, dass unsere Fellnase zwar immer noch einen hohen Fleischanteil benötigt, aber auch durchaus mit anderen Lebensmitteln zusätzlich versorgt werden kann und auch muss, um eine ausgewogene Ernährung zu erhalten. Denn die Zeiten, als das Raubtier Hund durch die Wälder streifen konnte und sich seine Beute selbst besorgte, sind lang vorbei. Von reinem Fleisch allein bekommt der Hund nicht alles, was er für einen gesunden Organismus braucht. Mit der Domestizierung unserer vierbeinigen Freunde begann ganz automatisch der Wandel im Beuteverhalten. Anstatt das Kaninchen auf dem Feld, gab es dann Tischabfälle oder ähnliches und die Veränderung des Magen-Darm-Traktes war nur eine Frage der Zeit. Und ein Wunder, die Tiere wurden gesund alt und hatten Spaß am Fressen. Da fragt man sich gleich, warum das heute nicht mehr so gehandhabt wird, bzw. warum das keiner mehr empfehlen würde? Naja, nehmen wir doch einfach zum Beispiel die veränderten Kochgewohnheiten. Früher gab es meist Lebensmittel in ihrer „ursprünglichen“ Form. Ein paar Kartoffeln, etwas Gemüse und je nachdem, wie die finanzielle Situation der einzelnen Haushalte war, ein Stück Fleisch. Da konnten die Reste dann auch bedenkenlos in das Haustier. Heute braucht man ein Pülverchen mit Chili hier, die Maggiflasche da und dann sind dann da auch noch die ganzen Geschmacksverstärker mit ihren E-Nummern,die in den meisten Lebensmitteln zu finden sind. Absolut nicht geeignet für den Haustiermagen. Mal davon abgesehen, hatten um 1850 herum ein paar sehr geschäftige Firmen die Idee, speziell Futter für Hunde und Katzen herzustellen. Gesagt, getan und die Futtermittelindustrie war geboren. Das Übrige erledigte dann das menschliche Denken und der Wandel in unseren Lebensverhältnissen. Wieso sollte man etwas anderes in den Napf des Vierbeiners packen, als das bereits fertig gemischte Nahrungsmittel? Es war einfach praktisch, sauber, schnell. Was uns natürlich in dieser schnelllebigen Zeit gerade recht kommt. Eine Zeit lang wurde die bereits fertige Mischung nicht in Frage gestellt. Wie auch? Wurde der Trend für die ausgewogene menschliche Ernährung doch erst im 20 Jahrhundert geboren und die Tierernährung folgte erst um die Jahrtausendwende.

Zurück zum eigentlichen Thema: Was kommt in den Futternapf?

Egal für welches Fütterungsmodell man sich entscheidet, es gibt immer Pro und Kontra. Ich selbst barfe meine Tiere seit Jahren und bin auch vollkommen überzeugt von dieser Variante. Was jetzt aber nicht automatisch bedeutet, dass ich meinen Kunden ausschließlich das Barfen empfehle. Es bringt mir nichts, wenn der Besitzer nicht damit klar kommt, weil es meine Entscheidung war und nicht seine eigene. Wichtig ist in erster Linie, das passende Futtermittel für Hund und Halter zu finden. Ich versuche, immer nur ein Berater in Sachen Ernährung zu sein. Als Unterstützung möchte ich nun einige Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Futtermittel auflisten:

Beginnen wir doch mit dem Trockenfutter:

Vorteile: Wenig Aufwand

einfache Handhabung

kann über einen längeren Zeitraum auf Vorrat gekauft werden

eignet sich gut für Urlaube oder ähnliches

relativ geruchsneutral

Nachteile: Wenig Flüssigkeit

Viele ungeeignete Produkte auf dem Markt

Unwissenheit über Produktherkunft

Evtl. Futterverweigerung wegen zu wenig Variation

Zum Teil Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe enthalten.

Nassfutter:

Vorteile: Zusätzlicher Flüssigkeitslieferant

Bedarfsorientierte Portionierung

Wenig Aufwand

Einfache Handhabung

Unterschiedliche Sorten (Geschmack variabel)

Nachteile Nach dem Öffnen leicht verderblich

Zum Teil Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe

Teilweise Geruchsintensiv

Aufwändiger Transport, je nach Verpackung platzraubend

Nicht Zahnfreundlich, da Verunreinigungen und evtl. Reste nicht automatisch durch Reibung entfernt werden

Biologisch artgerechte Rohfütterung/ BARF

Vorteile: Hohe Akzeptanz

Große Variation

Herkunft Inhaltsstoffe bekannt

Hohe Nährstoffdeckung

Freude am Fressen

Individuelle Zusammensetzung

Nachteile: Teilweise Geruchsintensiv

Ungeeignet für Urlaub

Aufwändiger

leicht verderblich

Prey Model Raw

Vorteile: Freude am Fressen

Zahnfreundlich

Variabel

Herkunft Futtertier bekannt

Nachteile: Lagerung ganzer Futtertiere

Verfügbarkeit

Teilweise Geruchsintensiv

Ungeeignet für Urlaub

leicht verderblich

Fakt ist, in der heutigen Zeit, wo Umweltbelastungen immer mehr zunehmen, beginnt ein gesundes und langes Hunde- und Katzenleben in den meisten Fällen mit einer guten und ausgewogenen Ernährung. Die beste Variante für sie und ihre Fellnase, ist meiner Meinung nach die, mit der sie beide am besten klarkommen. Individuell auf ihre alltäglichen Bedürfnisse und Möglichkeiten abgestimmt . Sei es nun Trocken-/Nassfutter, BARF oder Prey Model Raw.

Aufgrund der aktuellen Situation werde ich demnächst ein Webinar anbieten, in dem ich tiefer auf die einzelnen Futtermittel eingehen kann.

Solltet ihr jetzt schon Interesse daran haben, bitte eine kurze Email an mich…

info@pfotenstadl.de

bis bald

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