Das Immunsystem braucht Frühjahrsputz

Waren wir in meinem letzten Beitrag noch bei der Thematik, dass es bei bestimmten Hunderassen durchaus sinnvoll ist, den Körper und deren Gesundheit durch passende Kleidung vor der Kälte des Winters zu schützen, so steuern wir nun mit rasanter Geschwindigkeit auf den Frühling zu. Die Tage werden länger, die Temperaturen fangen an zu steigen, die Pflanzen sprießen und das Immunsystem ist rund um die Uhr am ackern.

Egal ob bei uns Menschen oder bei unseren geliebten Vierbeinern, die ersten Monate des Jahres verlangen von unserem Organismus Höchstleistung. Nicht umsonst kommt bei uns Menschen die Hauptgrippewelle meist im Januar/Februar und vergessen wir nicht die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit. Aber auch die Tiere spüren die Veränderung der Jahreszeit deutlich. Sie kommen in den Fellwechsel, müssen sich gegen die wieder ansteigenden Bakterien, Viren, etc. schützen und in der Regel werden Bello und Mauzi auch nicht von den altbekannten Frühlingsgefühlen verschont. Seien es rollige Katzen, läufige Hündinnen oder liebeskranke Rüden, wegen eben dieser. Der Stresspegel steigt und kratzt an den Abwehrkräften. Dazu kommt, der Körper ist ausgezehrt vom Winter und muss sich erst wieder regulieren. Eventueller Vitaminmangel, Sonnendefizit, usw. haben in den vergangenen Wochen ganze Arbeit geleistet. Da kommt dann der Knackpunkt Immunsystem ins Spiel. Je intakter dieses ist, desto einfacher kann der Körper mit den gesteigerten Anforderungen umgehen und unsere Fellnasen kommen relativ gut durch diese Phase.

Für viele Tierbesitzer stellt sich spätestens jetzt die Frage, was ist denn eigentlich notwendig, um die Abwehrkräfte im Gleichgewicht zu halten bzw. wie unterstütze ich den Organismus meines Haustieres sinnvoll?

Zunächst einmal ist ein gut funktionierendes und starkes Immunsystem vom Magen- Darmtrakt abhängig, je stabiler dieser ist, desto weniger Chancen haben Keime und Co.! Bei uns Zweibeinern ist es ja auch nicht anders. Der Ursprung vieler Krankheiten beginnt bei uns und unseren Vierbeinern im Darm. Deshalb ist es wichtig, besonderes Augenmerk auf diesen zu legen. Der Darm ist nicht nur Verdauungs- und Abtransportorgan, er übernimmt auch einen nicht zu verachtenden Anteil der Immunabwehr. So haben wir in der Darmschleimhaut eine sehr hohe Anzahl von Antikörper produzierenden Zellen, die die Hauptaufgabe für einen agilen und gesunden Hunde- und Katzenalltag übernehmen. Wenn nun aber innere und äußere Faktoren dieses ausgewogene Gleichgewicht stören, kann das Darmmilieu nicht mehr vollständig seinen eigentlich Aufgaben nachgehen, weil es viel zu sehr damit beschäftigt ist, das Ungleichgewicht irgendwie wieder ins Lot zu bringen. Das hat dann oft zur Folge, dass die Immunabwehr nicht mehr richtig funktioniert und die Bakterien im Körper überhand nehmen. Der Hund wird krank, bekommt Ausschlag, sprödes Fell, etc. Die Liste der Symptome ist lang. Es entsteht also eine Art Dominoeffekt.

Aber welche Dinge belasten denn nun eigentlich das Allroundtalent Darm?

Auch hier könnte man ein Buch darüber schreiben, deshalb beschränke ich mich nur auf einen Bruchteil.

Häufige Störenfriede sind:

  • Medikamente
  • Stress
  • Umweltbelastung
  • Krankheit

Doch gibt es allen voran einen Spitzenreiter, der die Darmflora am stärksten beeinflusst und das ist die Ernährung unserer Vierbeiner. Wenn sie ausgewogen und bedarfsgerecht ist, hat man schon die halbe Miete. Die Fütterung unserer tierischen Begleiter ist nicht nur für das Immunsystem zuständig ist, sondern für den ganzen Organismus Körper. Da die Themen Darm und Ernährung sehr weit gefächert sind und darüber hinaus extrem wichtig, werde ich in meinen kommenden Beiträgen tiefer in die Materie eintauchen.

Ein weiterer Punkt für ein gut funktionierendes Immunsystem, ist die Bewegung.

Bei Katzen durchaus ein bisschen schwieriger zu gestalten, besonders wenn sie Freigänger sind. Doch mit ein wenig Mäuse jagen, sollte ausreichend Körperaktivität vorhanden sein. Bei bewegungsscheuen Hauskatzen bieten sich bspw. Fangspiele an.

Hunde sind da das einfachere Zielobjekt. Durch die täglichen Gassirunden bekommen sie schon mal ein Grundmaß an Aktivität. Aber wie viel Auslauf braucht der Hund am Tag?

Nehmen wir das Beispiel eines gesunden, erwachsenen Hundes im Alter von 5 Jahren:

mäßig aktiv bis zu 1 Stunde Gassi am Tag und zu Hause sehr ruhig

normal aktiv 1,5- 2 Stunden Gassi am Tag oder bis zu 1 Stunde Laufen/Joggen, evtl. zu Hause im Garten noch eine kleine Spiel-/Trainingseinheit

sehr aktiv über 1 Stunde Laufen/Joggen am Tag oder mehr als 30 Minuten Radfahren

Ist der Hund permanent körperlich unter- oder überfordert, kann sich das ebenfalls negativ auf das Immunsystem auswirken. Großes Thema Stress! Hier gilt es, das richtige Maß für Hund und Halter zu finden.

Natürlich spielen nicht nur Ernährung und Bewegung eine Rolle. Auch besondere Umstände beeinflussen die Standhaftigkeit der Immunabwehr. Welpen sind gerade erst im Aufbau des Immunsystems, die Senioren haben manchmal Schwierigkeiten bei der Instandhaltung. Auch bei kleinen Verletzungen, nach Operationen, o.ä. brauchen die Abwehrkräfte von Hund und Katz besondere Zuwendung.

Nehmen wir jetzt alle aufgeführten Faktoren, die das ganze Jahr über auf das Immunsystem einprasseln und zählen dann noch die am Anfang erwähnten Sonderanforderungen des Frühlings dazu, ist das schon eine gewaltige Hausnummer, was der Organismus von unseren Fellnasen in dieser Zeit zu leisten hat. Der Gedanke, die Abwehrkräfte zu unterstützen liegt nun gar nicht mehr so fern und ist auch vollkommen richtig. Hier führen natürlich viele Wege nach Rom. Der einfachste und meist auch effektivste führt über die Ernährung und den Darm. Der Frühjahrsputz kann nun beginnen!

In meinem nächsten Blog geht es dann vor allem um folgende Themen:

Welche Aufgaben übernimmt der Darm im Gesamtkonstrukt Körper und wie halte ich diesen fit? Wann braucht die Darmflora Unterstützung und wie kann ich das Gleichgewicht wieder herstellen?

Eure Ingrid

P.S.: Bitte hinterlasst mir doch ein kleines Feedback, wie er euch gefallen hat! Konstruktive Kritik oder Interessen Vorschläge nehme ich gerne entgegen und versuche sie so gut wie möglich für euch umzusetzen! Bis zum nächsten Mal in 14 Tagen!

Eure Ingrid

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