Darm Akrobatik

Wie bereits angekündigt widmen wir uns dieses Mal einer eher nicht ganz so beliebten, aber durchaus wichtigen Thematik, dem Darm. Aber warum liest man eigentlich Berichte, Artikel etc. über diesen nicht gerne? Ganz einfach, sie sind meist stinklangweilig und viele denken bei dem Wort automatisch an Kot, Blähungen und Schmutz. Zugegeben nicht wirklich angenehm.

Ich selbst hatte lange Zeit die selbe Vorstellung, wenn ich daran dachte. Zumindest solange, bis ich durch meine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin tiefer in die Materie eingetaucht bin. Langsam begann sich die unschöne Vorstellung in meinem Kopf zu wandeln und anstatt braunem Nahrungsbrei und glitschigem Schleim manifestierte ich ein anderes Bild. Mittlerweile denke ich, wenn das Thema Darm aufpoppt, eher an einen kleinen Oktopus, der mit seinen acht Armen kleine Meisterleistungen vollbringt oder einen Zirkusartisten, der durch sein schauspielerisches Talent, viel Fleiß, wahnsinniger Körperbeherrschung sowie einem eisernen Willen eine perfekte Darbietung für den Zuschauer schafft. Ohne diesen Akrobaten würde das Konstrukt Zirkus nicht funktionieren. So ist es auch bei Körper und Darm. Ist dieser in seiner Balance gestört, arbeitet der restliche Organismus nur noch auf Halbmast. Aus diesem Grund ist er eines der wichtigsten Organe für ein gesundes und langes Hunde- und Katzenleben.

Also, lange Rede kurzer Sinn:

Manege frei für unseren heutigen Superstar!!!

Der Aufbau unseres Hauptakteur dürfte mittlerweile jedem bekannt sein. Aus diesem Grund halte ich mich damit sehr kurz.

Der Darm unserer tierischen Begleiter gliedert sich in Dünn- und Dickdarm. Beide Abschnitte sind wiederum in unterschiedliche Schichten aufgeteilt. Während der Dünndarm hauptsächlich für die Nahrungsaufspaltung und den Transport der Nährstoffe zuständig ist, so verarbeitet der Dickdarm die übriggebliebene Masse zu Kot und transportiert diese ab.

Wie bereits erwähnt, wäre der Körper unserer Fellnasen ohne Darm vollkommen aufgeschmissen, sowie der Zirkus ohne seine Schausteller. Ähnlich verhält es sich beim Darm, nur wenn dieser es schafft, dauerhaft die Balance zu halten, bleibt der Körper von Hund und Katz auf lange Zeit fit.

Um dies zu bewerkstelligen, braucht unser Darm ein paar kleine Hilfsmittel. Ein gut funktionierendes Verdauungssystem beginnt schon in der Welpen/-Kittenzeit und legt die Weichen für die spätere Stabilität im Organismus. Wenn die kleinen Fellknäule geboren werden, ist ihre Darmflora noch ein unbeschriebenes Blatt, welches sich ab dem Geburtszeitpunkt beginnt zu füllen. Dabei spielen Ernährung, Umweltbelastung, Stress, Medikamente, usw. eine große Rolle. An diesem Punkt sind wir Tierhalter gefragt, uns zu informieren, was denn eine ausgewogene und artgerechte Nahrungsquelle für unsere Vierbeiner ist, welche Umweltreize vermieden werden können und wie unser Schützling relativ stressfrei durch sein Leben kommt. Wir wissen alle, dass es nie völlig ohne Stress geht, aber es gibt durchaus Dinge die vermieden werden können!

Haben wir unsere Fellnase in Ausbildung dann richtig unterstützt, bildet sich in der Regel automatisch ein gut laufendes Darmsystem. Und hier ist dann gleich der Bonus bei der ganzen Sache: Da der Darm für 2/3 der Instandhaltung unseres Immunsystems und natürlich das unserer Haustiere verantwortlich ist, werden hier auch gleich die Grundpfeiler für eine starke Abwehr gegen Parasiten, Keime und dergleichen gelegt.

Aber was passiert, wenn das Gleichgewicht im Verdauungstrakt gestört wird, bzw. nicht stabil aufgebaut werden kann?

Genau das selbe wie bei unserem Zirkusartisten. Sollte er einen falschen Schritt machen, stürzt er ab. Wo der Artist dann mit Prellungen, Brüchen oder ähnlichem zu kämpfen hat, muss unser kleines Multitaskingtalent sich oft vermehrt mit Durchfallerkrankungen und evtl aufgrund des ebenso einhergehenden Defekts im Immunsystem mit vermehrten Angriffen von Entzündungen, Viren, etc. auseinandersetzen. Wird die Balance nicht wiederhergestellt, kann dies ernsthafte Folgen für den Organismus haben und irgendwann greift die Störung auf weitere Organe über. Bauchspeicheldrüse, Leber und Galle werden dann ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Also, wie wir sehen, ist der Darm wirklich der Puppenspieler, der die Fäden in der Hand hält.

Sollte eben beschriebener Fall irgendwann einmal im Laufe des Lebens bei ihrem Vierbeiner eintreten, ist natürlich nicht Hopfen und Malz verloren. In vielen Fällen hilft eine Darmsanierung, welche je nach Beschwerden ganzheitlich unterstützt werden kann.

Du bist was du isst!!!

Das gilt nicht nur für uns, sondern natürlich auch für unsere Haustiere!

Als erstes sollte man immer den Napf seines Hundes/seiner Katze unter die Lupe nehmen. Dabei ist es vorerst einmal egal, welche Form der Ernährung man gewählt hat, sei es nun Trocken-/Nassfutter, Barf, Gekochtes oder Prey. Wichtig ist, was ist drin! Ist das Verhältnis von Protein, Fett, Kohlenhydraten, Vitaminen, etc. im Einklang oder gibt es irgendeine Unter- bzw. Überversorgung? Wie schaut es aus mit Geschmacksverstärkern, Konservierungsstoffen, Farbstoffen, Zucker usw.

Dabei sollte natürlich immer der individuelle Nährstoffbedarf des einzelnen Tieres berücksichtigt werden. Für eine gezielte Darmsanierung auf Basis der Fütterung eignet sich natürlich das Barfen sehr gut, da man die Inhaltsstoffe selbst auf die Bedürfnisse seines Vierbeiners abstimmen und mit dem ein oder anderen Nahrungsmittel, sowie geeigneten Zusätzen speziell auf die Defizite eingehen kann. Natürlich liegt es nicht immer an einer unausgewogenen Ernährung, dass das Darmgleichgewicht gestört wird. Auch Allergien und Unverträglichkeiten können dieses aus der Bahn werfen. In diesen Fällen sollte man mit einer Ausschlussdiät wieder alles ins Lot bringen können.

Allerdings empfiehlt es sich, so eine Darmsanierung vorab mit einem Profi zu besprechen, damit diese auch auf den jeweiligen Hund oder die jeweilige Katze gerecht zugeschnitten ist!

Da nun nach den letzten zwei Blogeinträgen feststeht, dass eine gesunde Darmflora und somit einhergehend ein stabiles Immunsystem stark von den Nährstoffquellen unserer Haustiere abhängig ist, werde ich in meinem nächsten Artikel beginnen, in das große Mysterium der ausgewogenen und artgerechten Ernährung einzutauchen.

Bis in zwei Wochen, wenn es heißt Food Wars- oder die Suche nach dem besten Futtermittel für Hund und Katz!

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